Schwert-Greifen Rostock

Verein für historische Kampfkunst e.V.

Auf den Spuren der Ritterlichen Kunst

Am Wochenende vom 10. Oktober 2026 hatten wir zwei Fechter aus Stade zu Besuch. Jan und Tobias von den „Bloßfechtern Stade – Guildam Gladiatorum“ brachten uns die Traditionen des bürgerlichen Fechtens näher.
Der Fokus lag natürlich auf der körperlichen Ertüchtigung, dennoch sprachen wir viel über die Rituale und Philosophie der alten Schwertgilden und unser eigenen, als ihre ‚Nachkommen‘.
Das Paradoxon des gemeinsamen Fechtens begleitet uns anscheinend schon seit Jahrhunderten: Der Wille, den Gegner zu bezwingen, gegenüber dem Wunsch einen Freund nicht zu versehren, ist eng mit allem verbunden, was wir heute wie damals lehren und leben. Es spiegelt sich in Riten, wie etwa einer Verbeugung oder einer Besinnung wider. Es zeigt sich in unserem Streben, Gewalt so zu dosieren, so zu steuern, dass sie wirkt, ohne zu verletzen. Es zeigt sich in der Wahrung unserer Würde und dem Respekt, die wir den anderen entgegenbringen, im Duell und auch abseits davon.



Zum Einstieg begannen Jan und Tobias mit dem Ringen. Es ging dabei weniger um das Verfeinern von Techniken als um das ‚Gefühl‘ für das Wirken des Gegenübers. Wie bewegen wir uns, wie lassen wir uns bewegen? Wie spüren wir das Handeln eines anderen und wie reagieren wir darauf? Diese einfache Übung ging ganz natürlich in den Kampf mit dem Dolche über, wo dieselbe Idee ihre Anwendung fand.


Selbstverständlich lag der restliche Fokus auf dem Kampf mit dem Langen Schwert. Über die Huten und die Hutenläufe erarbeiteten wir uns Schritt für Schritt die Traditionen des Fechtens nach Joachim Meyer. Es mag nicht überraschen, dass wir dabei unser Augenmerk auf die saubere Technik legten, die gerade im angewendeten Bloßfechten ein wichtiger Faktor für Erfolg und Sicherheit ist.



Was von diesem Wochenende bleibt, ist ein besseres Verständnis für die Ursprünge und Details unseres Wirkens. Wir lernten nicht nur Schritte, sondern Wege, die wir mit einem Schwert in der Hand gehen können, gegeneinander, aber vor allem miteinander, als Verein, als Fechter und als Menschen aller Ursprünge und Eigenheiten, die eben dieses gemeinsame Interesse teilen.

(mit Dank für den Bericht an Maximilian Hackl)

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Thema von Anders Norén